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Kreisverband Schweinfurt-Land

Aktuelles aus dem Kreisverband

GELDERSHEIM (hof)  Im Rahmen eines Ehrenabends des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Kreisverband Schweinfurt-Land, wurden langjährige Mitglieder geehrt und zu aktuellen bildungspolitischen Themen Stellung bezogen.

Einen besonderen Schwerpunkt nahm hier der Umgang mit „Heterogenität“, dem Lernen in heterogenen Gruppen, ein. Die Qualität von Schule  stehe und falle mit der Antwort auf die Frage, wie gut gelingt es der Schule, auf unterschiedliche Lernbedürfnisse von unterschiedlichen Schülern unterschiedlich einzugehen, so BLLV-Vorsitzender Walter Schäffer. Damit rücke das Lern- und Bildungsverständnis ins Zentrum der schulpolitischen Diskussion. Während der Ansatz des BLLV eine verbesserte individuelle Förderung statt verfrühte Auslese vorsehe, bleibe das bayerische Kultusministerium bei der These von einer optimalen Förderung im gegliederten Schulwesen.

Der gravierende Unterschied zwischen diesen beiden Ansätzen sei, so Schäffer, dass es keine drei unterschiedlichen Begabungen gebe. „Jedes Kind ist einmalig“, betonte der BLLV-Vorsitzende. Deshalb sei der Ansatz, dass es theoretisch begabte (Gymnasium), halb-halb-begabte (Realschule) und praktisch begabte Schüler (Mittelschule) gebe, wissenschaftlich unhaltbar und spiegele die Realität völlig unzureichend wider.

 „Wir wissen inzwischen, dass Schüler in hohem Maße von einander lernen“, so Schäffer. Dies sei ein großer Vorteil von Heterogenität. Es gebe Vorbilder und Zugpferde. Homogenität sei in der Praxis nicht herstellbar, Inklusion sei bereits Realität. Folgen seien eine Überbewertung von Noten, die Reduzierung des Unterrichts auf Deutsch, Mathematik und Heimat-/Sachkunde  in der vierten Klasse. Dies sei eine Anhäufung von totem Faktenwissen und eine Reproduktion auswendig gelernter Inhalte, was nach dem Abprüfen  alles schnell wieder vergessen wird. Massiver Druck auf Kinder, Eltern und Lehrer sei die Folge.

Besser seien beispielsweise nachhaltiges Können, anwendungsorientierte Kompetenzen, Werthaltungen, Selbstbewusstsein, Interessen, Ziele oder verständnisintensives Lernen. Dies sei im neuen „Lernplan plus“ ab 2015 geplant. Dort gebe es eine Kompetenzorientierung statt der Abarbeitung von Lerninhalten. „Dieses Konzept ist nur schwer mit dem bestehenden System vereinbar“, erklärte der BLLV-Vorsitzende. Einmal mehr erweise sich die frühe Auslese zehnjähriger Schülerinnen und Schüler pädagogisch unnötig, organisatorisch umständlich und aufwändig, ökonomisch unverantwortlich und gesellschaftspolitisch anachronistisch. Die Kritik an der zu frühen Selektion müsse ständig wiederholt werden und der BLLV Schweinfurt bleibe an dieser Sache dran, schloss Schäffer.

Bei den anschließenden Ehrungen standen langjährige Mitglieder im Mittelpunkt. Dabei wurden Anja Kunkel-Baum, Susanne Geus, Birgit Weske-Reichert, Sabine Reuß-Hubner und Britta Buchner für ihre 25-jährige Mitgliedschaft beim BLLV ausgezeichnet. Seit 40 Jahren halten Gerhard Bader, Manfred Maier, Bernd Göbel, Renate Rupprecht, Berta Ländner-Mack, Rosa Zeidlhack, Ursula Beckert, Oskar Dulemba und Günther Fuchs dem Lehrerverband die Treue. Diethard Porkert, Helma Walter, Gudrun Baier, Wiltrud Schauer, Dieter Schauer, Georg Petz und Norbert Epp wurden für ihre 50-jährige Mitgliedschaft geehrt. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Andreas Sauer und Angelika Schanz-Gilg

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